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Wehrpflicht abschaffen? Oder doch nicht?

Templermeister / pixelio.de

Vielleicht ist Ihnen die Diskussion rund um das Thema „Soll die Wehrpflicht abgeschafft werden?“ auch schon aufgefallen.

Mittlerweile ist es aber nicht nur eine Diskussion rund um die Wehrpflicht, sondern auch um das Bundesheer selbst. Viele stellen sich die Frage, ob ein kleines Land wie Österreich überhaupt so etwas wie ein eigenes Heer benötigt, wo wir doch die EU als „starken“ Partner hinter uns haben. Außerdem: Wer will, und soll uns schon angreifen?

Auf die letzte Frage habe ich keine Antwort. Allerdings benötigt man ein Heer nicht nur um Angriffe abzuwehren, sondern auch um Angriffe zu tätigen.

Ich bin eigentlich ein Gegner der Wehrpflicht. Es gibt wahrscheinlich tausende Gründe warum man den Zwangsdienst an der Waffe ablehnen könnte.

  • Männliche Männer haben in der Zeit ja nichts besseres zu tun
  • Wo ist die Gleichbehandlung zwischen Männern und Frauen?
  • Es bringt einem nicht wirklich was (vernünftiges)
  • Das Militär interessiert mich nicht
  • Waffen interessieren mich nicht
  • Menschen die meinen sie hätten etwas zu sagen interessieren mich nicht
  • Ich mag es nicht wenn man mich wie einen Hund herumkommandiert
  • Es gibt auch zu viel Autorität
  • Das Leben ist auch so schon hart genug
  • Ich rauche nicht. Das soll auch so bleiben!!!
  • Ich kenne viele die beim Heer angefangen haben zu rauchen
  • Den Menschen dort war es fad
  • Ihnen war ebenso langweilig
  • Ich könnte in der Zeit einen WoW-Char auf Level 80 leveln
  • Waffen können aua machen
  • Waffen machen weweh
  • Es interessiert mich nicht
  • Es ist mir wurscht
  • Sollen sie den Dreck doch selbst machen
  • Weil so halt
  • ..

Mein klarer Favorit ist „Weil so halt„.  Warum? Na so halt. Leider gibt es aber auch Gründe, warum man den Wehrdienst beibehalten sollte:

  • Man denke nur an die armen Ausbilder die dann arbeitslos wären
  • Eine höhere Arbeitslosenrate (das macht sich vor der EU nicht so gut!)
  • Der Staat hätte vielleicht mehr Geld für Bildung etc. (wer will das schon??)
  • Der Staat hätte bei einem Berufsheer mehr Macht
  • Ich könnte mich im Moment über nichts aufregen
  • Dieser Blog hätte (leider) einen Artikel weniger

Ich möchte besonders auf den vierten Punkt, „Der Staat hätte bei einem Berufsheer mehr Macht“ eingehen.

Wenn ich beabsichtigt zum Heer gehe, bin ich mehr oder weniger eine Marionette des Staates. Schließlich lasse ich mich doch nicht für etwas bezahlen, und verweigere dann aber im Ernstfall. Bei einem „Heer“ aus Personen, die zu „Freiwilligen“ gemacht wurden, besteht die Chance, dass zumindest ein Teil der Personen bei einem argen Scheiss verweigert. Ich hätte ehrlich gesagt keine Lust meinen Kopf für mein Land hinzuhalten. Ich lehne jegliche Form von Gewalt ab. Ich lasse mir zwar einreden, dass ich im äußersten Notfall mein Land verteidige, aber angreifen, oder wie es neuerdings heißt „Frieden bringen“ gehe ich für Österreich bestimmt nicht. Nicht für Österreich, nicht für ein anderes Land dieser Welt. Außerdem mag ich es nicht wenn ich unter der Fuchteln eines Verrückten stehen muss – und Personen die andere Länder angreifen sind für mich verrückt.

Wenn man das Heer abschafft hat man allerdings das Problem, dass damit auch der Zivildienst wegfallen würde. Die beteiligten Organisationen sind allerdings auf die Zahlreichen Helfer angewiesen.

Dennoch dachte ich, dass Österreich einer der reichsten Staaten auf Erden sein soll. Somit sollte man sich auch u. a. die Pflege von älteren Personen leisten können. Und wer hilft bei Katastropheneinsätzen?

Auch wenn die billigen Arbeitskräfte gebraucht werden, kann ich ich beim besten Willen nicht einsehen warum ich meine Zeit dafür „verschwenden“ sollte.

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4 Kommentare

  1. localghost sagt:

    Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Bundesheer in seiner derzeitigen Form ausgedient hat. Eine Art „Bundesheer XXXXXS“ gehört her. Bei diesem sollen 10.000-15.000 Soldaten mehr oder minder fix angestellt sein und dafür auch Bezüge erhalten. Im Gegenzug entfallen dem Staat hohe Kosten für alle anderen Heeresangestellten.
    Wenns doch nur so einfach wär…
    Was machen wir im Katastrophenfall? Ich meine jetzt keineswegs den Kriegsfall(seien wir ehrlich: als neutraler Staat greift uns eh keiner an, und selbst wenn: was wollen die mit uns?!), sondern vielmehr zivile Katastrophen wie schlimme Regenfälle die zu Überschwemmungen führen. Gut man könnte meinen, dass die fixen angestellten des neuen Heeres auch hier das Kriesenmanagment übernehmen könn(t)en. Aber ob die max. Anzahl von 15.000 bei mehreren Ernstfällen gleichzeitg reicht, ist ungewiss.
    Außerdem besteht ja noch die Möglichkeit das amerikanische System zu implementieren.
    Ein Berufsheer(aber in einer XXXXXXS-Ausgabe bitte) und allfällige Unterkapazitäten des Heeres könnte man durch Dritt-/Privatanbieter ausgleichen. Stellt sich die Frage, wie teuer diese Anbieter wären, weil man kann ja nicht erst mit der Ausschreibung beginnen, wenn die Katastrophe passiert ist.
    Alles in allem ist zu sagen, dass das Thema doch sehr komplex ist und dass wahrscheinlich wieder das Random-Prinzip entscheiden wird…

    Noch eine kurze Kritik am Artikel:
    was bitte sind männliche Männer? Bzw. gibts unmännliche Männer?!

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... wurde von Redaktion am 17. Juli 2010 verfasst. Willst du mehr lesen? Der vorherige Artikel war , und sollte es einen neueren Artikel geben findest du ihn hier:
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