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Gesellschaftsproblem Kinderpornografie

Nur sehr wenige Themen beschäftigen die Web-Community dermassen wie die aktuelle Diskussion rund um Kinderpornos. Manche Politiker verschiedenster Länder, aber auch „normale“ Bürger meinen, dass das Problem mit der Verbreitung von Pornographie mit Minderjährigen recht einfach durch Internetsperren zu lösen wäre. Andere argumentieren jedoch, dass sich die Sperren auch leicht auf andere Bereiche ausweiten ließen, und nichts an der Problematik an sich ändern.

Bisherige Erfahrungen mit Sperren

Da es bereits Länder gibt, die derartige Maßnahmen bereits umgesetzt haben, gibt es durchaus schon Erfahrungsberichte. So manche Befürchtungen der Sperrungsgegner wurden bereits erfüllt. So wurde in Australien die Liste der gesperrten Seiten öffentlich – darunter waren keineswegs nur Domains mit Kinderpornografie, sonder unter anderem auch die Seite eines Rechtsanwaltes.

Im Fall Australien habe sich gezeigt, dass weniger als 32 Prozent der auf der „schwarzen Liste“ der Medienbehörde aufgeführten Sites auch tatsächlich mit Inhalten zu tun hatten, die Menschen unter 18 Jahren bei sexuellen Handlungen zeigten. Die thailändische Sperrliste, die ebenfalls als Anti-Kinderporno-Liste eingeführt worden sei, habe über 1.000 Websites enthalten, auf denen Kritik am thailändischen Königshaus zu lesen sei.

Quelle: http://futurezone.orf.at/stories/1651403/?page=2

Dies zeigt wieder einmal, dass alles, was man missbrauchen kann, früher oder später auch missbraucht wird. In diesem Fall hat es nicht sonderlich lange gedauert.

Außerdem dürfte die Erlangung einer solchen Sperrliste für Pädophiele wie Geburtstag und Weihnachten zugleich sein.

Wirksamkeit

Über die Wirksamkeit der Sperren lässt es sich streiten.

Technische Aspekte: Da solche Sperren meistens über DNS-Einträge erfolgen, sind sie im Normallfall leicht zu umgehen. Selbst für Personen, die sich mit Computern nicht sonderlich gut auskennen, dürfte es nicht schwer sein einen alternativen DNS-Server aus dem Ausland einzutragen. Außerdem gibt es jetzt schon viele Personen, die standardmäßig einen alternativen Server eingetragen haben.

Ethische Aspekte: Die wichtigste Frage dürfte lauten: „Was bringt es den Opfern?„. Vermutlich sehr wenig. Rückwirkend bringt es natürlich sowieso nichts, und ich wage zu bezweifeln, dass deshalb weniger Menschen für derartige Dinge missbraucht werden – die Menschen können auf das „Resultat“ einfach nicht mehr so leicht zugreifen.

Kurz zusammengefasst, man sieht damit einfach nur weg! Es ist mir nicht begreiflich, warum man die Inhalte nicht einfach löschen lässt, und den Betreiber der Seite strafrechtlich verfolgt. Kinderpornografie sollte in den meisten Ländern der Erde verboten sein – warum verfolgt man die Personen nicht?

2 Kommentare

  1. localghost sagt:

    Hier gibt es mehrere Gründe, die „für“ Internetsperren sprechen:
    1.) Der Aufwand für Regierungen und Behörden ist relativ gering bzw. gering im Vergleich zu den anderen Optionen
    2.) Der Großteil der Internetuser sind nicht in der Lage, den DNS-Eintrag zu ändern, zumal der Ottonormal PC-Nutzer garnicht weiß, was das ist
    3.) Was hier funktioniert, kann auch auf andere Bereiche umgelegt werden…
    Früher oder später kann man dann auch pol. bedenkliche Inhalte filtern, usw…

    Hier ein nettes Video, das die Thematik erklärt. Gleichzeitig wird auch die Thematik der Vorratsdatenspeicherung gestreift.

    Und ja, ich halt Netzsperren für genauso sinn- wie nutzlos.

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... wurde von Redaktion am 09. Juli 2010 verfasst. Willst du mehr lesen? Der vorherige Artikel war , und sollte es einen neueren Artikel geben findest du ihn hier: